Endometriose: Eine rätselhafte Erkrankung erkennen, verstehen und behandeln
- Dr. Annett Ludwig

- 11. Mai
- 2 Min. Lesezeit
Endometriose zählt in der Frauenheilkunde zu den häufigsten gutartigen Erkrankungen. Im Schnitt dauert es etwa 7 bis 10 Jahre, bis die Betroffenen die Ursache ihrer Beschwerden erfahren – ein langer Leidensweg, der durch Symptome wie zyklische, teils wehenartige Unterbauch- und Rücken- schmerzen, unerfüllten Kinderwunsch sowie Schmerzen beim Sex, während des Wasserlassens oder Stuhlgangs gekennzeichnet ist. Grund dafür sind Gebärmutterschleimhaut-Inseln an nicht dafür vorgesehenen Stellen im Körper, die eine Art Eigenleben entwickeln. Was genau hat es auf sich mit dieser rätselhaften Erkrankung, die häufig auch als Chamäleon der Frauenheilkunde bezeichnet wird?
Endometriose bezeichnet das Vorkommen von der Gebärmutterschleimhaut ähnlichem Drüsen- und Bindegewebe außerhalb der Gebärmutterhöhle, z. B. an den Eierstöcken, am Bauchfell oder im kleinen Becken. Diese Herde reagieren hormonabhängig auf den Menstruationszyklus, können Entzündungsreaktionen auslösen und sind häufig mit chronischen Schmerzen verbunden. Welt- weit sind schätzungsweise 10 bis 15 % aller Frauen betroffen – allein in Deutschland er- kranken jährlich etwa 40.000 Frauen neu an Endometriose. Doch trotz des hohen Auftretens ist das Bewusstsein für diese Erkrankung sowohl in der Bevölkerung als auch in der Ärzteschaft immer noch gering.
Die Endometriose im geschichtlichen Rückblick
Noch bis ins 19. Jahrhundert hinein haben Frauen im Schnitt nur ca. 40-mal in ihrem Leben geblutet. Sie waren bei ihrer ersten Regelblutung (Menarche) älter als heutige Frauen,
im Schnitt deutlich häufiger schwanger und hatten längere Stillzeiten. Infektionen, Hunger, mangelnde hygienische Bedingungen und Komplikationen bei der Geburt führten teil- weise auch zu frühzeitigem Versterben. Im Gegensatz dazu haben Frauen heutzutage bis zum Einsetzen der Menopause mit etwa 51 Jahren ca. 400 Menstruationen. Die Gebärmut- ter ist dadurch um ein Vielfaches stärker und länger gefordert.
In einem sehr aufschlussreichen Artikel be- schreibt der Gynäkologe Prof. Dr. med. Gerhard Leyendecker seine Erkenntnisse zur Ursache und Entwicklung der Endometriose folgendermaßen: Die Kontraktionstätigkeit (Zusammenziehen) der Gebärmutter kann bei jungen Frauen sehr stark gesteigert sein, was als Menstruationsschmerz wahrgenommen wird. Einst war dieses überaus starke Zusammen- ziehen ein Überlebensvorteil: Nach der Geburt ist es wichtig, dass sich die Gebärmutter so rasch wie möglich wieder zusammenzieht, um die große Wundfläche zu verschließen, an der sich kurz zuvor die Plazenta befand.
Lesen Sie den vollständigen Beitrag in der Mai-Ausgabe 2026 von NATUR & HEILEN.

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